Museum

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Kreibig

Stiftung

Kleinod der Nymphenburger Museumsmeile:

Kunst-Museum und architektonisches Meisterwerk

Am Eingang des Südlichen Schlossrondells, gegenüber dem Nymphenburger Schloss, öffnet sich in der Rondellmauer überraschend der Eingang zu einem modernen Kunst-Museum höchster architektonischer Qualität. Von außen eher unscheinbar, birgt es das faszinierende Lebenswerk des Münchner Malers und Graphikers Erwin von Kreibig. 1991 eröffnet, verdankt das Erwin von Kreibig-Museum seine Entstehung der Stiftung des Bruders Erich von Kreibig, der sein Vermögen und die zeitlebens gesammelten Werke Erwins einbrachte. Zur Erwin von Kreibig Stiftung gehört auch das angrenzende barocke Palais „Hofkistlerhaus“, das als einer der zehn Rondellpavillons vom bayerischen Oberhofbaumeister Joseph Effner 1730 im Rahmen der Rondellbebauung vor dem Haupttrakt von Schloss Nymphenburg geplant und errichtet worden ist. Dieser historischen Verantwortung entsprechend, war das Museum, dessen Entwurfsplanung Ernst Bogenberger, ein Schüler des Münchner Architekturprofessors Franz Hart, übernommen hatte, behutsam in die denkmalgeschützte Situation einzufügen. Dies ist auf beispielhafte Weise gelungen, woran die mit der Ausführungs- und Werkplanung beauftragten Architektengemeinschaft Fischer, Steiger, Tschaidse in Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Erwin von Kreibig Stiftung erheblichen Anteil hatten. Als Glücksfall erwies sich dabei auch, dass dem Vorstand Prof. Otto Meitinger, zu dieser Zeit Inhaber des Lehrstuhls für Entwerfen und Denkmalpflege der TU München, ebenso angehörte wie Hildegard Merzenich, eine engagierte Denkmalexpertin und unermüdliche Förderin des Museumsprojekts, ohne deren Einsatz das Museumsprojekt wohl nicht realisiert worden wäre.

Das Museum besticht im Inneren auf zwei Etagen mit über 460 Quadratmetern Fläche und 2.285 Kubikmetern umbauten Raumes durch seine ausgeklügelte Lichtführung und die geniale Schlichtheit der Architektur, die sich zurücknimmt und die Konzentration auf Gemälde und Graphik wie selbstverständlich fokussiert. Dazu trägt nicht zuletzt die Beschränkung auf nur drei Baumaterialien (Glas, Metall, Beton) bei. Der italienische Terrazzoboden verleiht dem Museum südländische Leichtigkeit. Zur Gartenseite präsentiert sich das Museum im Obergeschoss mit einer durchgehenden Glasfassade nach Art eines japanischen Teehauses, die den Besucher staunen lässt und Raum für zusätzliche Hängungen großer Formate, wie der Plakatkunst Erwin von Kreibigs, gibt. Hier befindet sich auch die ständige Ausstellung von Gemälden des Künstlers, eröffnet aber auch anderen Künstlern die Möglichkeit, als „Gast bei Kreibig“ auszustellen. Interessierte können in einer kleinen Museumsbibliothek mit dem Schwerpunkt der Sammlung „Münchner Kunst“ (als einer Monacensia) schmökern. Im Untergeschoss wird die lichtempfindliche Graphik präsentiert, in der es der gelernte Ziseleur Erwin von Kreibig zu einer wahren Meisterschaft gebracht hat. Darüber hinaus können an dieser Stelle weitere Sonderausstellungen ihren Platz finden, wie zum Beispiel die Skulpturensammlung von Marie-Luise Lentz, die von der Stiftung verwaltet wird.

Kommen Sie doch einfach vorbei und genießen Sie das Ambiente und die Vorzüge dieses kleinen, aber feinen Museums, die in München einmalig sind. Treten Sie ein, bestellen Sie sich einen Espresso oder ein Getränk, nehmen Sie ihn mit und betrachten Sie die vielfältige Kunst in unserem Museum. Setzen sie sich an einen der Tische und stöbern Sie in der Museumsbibliothek. Wenn Ihnen ein Buch gefällt, können Sie es sich ausleihen oder bei einem nächsten Besuch weiterlesen.

 

 

Öffnungszeiten

ERWIN VON KREIBIG MUSEUM, SÜDLICHES SCHLOßRONDELL 1
[ Mittwoch, Samstag und Sonntag 14:00 -17:00 Uhr ]
[ Dienstag + Donnerstag 14:00 - 17:00 Uhr]
[ Freitag + Montag geschlossen ]

Erwin v. Kreibig

Der Erfolg reichte bis in die USA, wo er in New Yorks Fifth Avenue bis Kriegsbeginn die bekanntesten Galeristen belieferte.

Durch eine großzügige familiäre Nachlassstiftung erhielt der Maler und Zeichner Erwin von Kreibig (1904 -1961) in einem für ihn errichteten Museumsbau am Nymphenburger Schloßrondell seinen ständigen Ort.

Aus dem umfangreichen Depot kann immer wieder geschöpft werden – insbesondere in Hinblick auf Einzelthemen und Querverbindungen. In Sonderausstellungen kamen hier Erwin von Kreibigs Arbeiten für seine Schwester Manda (1901-1989) zur Geltung, eine einst berühmte Tänzerin, Balletmeisterin und Tanzpädagogin, außerdem Joachim Ringelnatz sowie Münchner Künstler(innen) aus den Stadtteilen Nymphenburg, Neuhausen und Gern, für welche die Erwin von Kreibig-Stiftung jährlich den "Nymphenburger Kunstpreis" für Malerei und Plastik vergibt. Erwin von Kreibig absolvierte 1919 zunächst eine Lehre als Holzbildhauer sowie eine Ausbildung zum Metallbildhauer und Ziseleur, ehe er gemeinsam meint seinem älteren Bruder Erich (1903-1989) für die Münchner "Vereinigten Werkstätten" und die "Deutschen Werkstätten" arbeitete. Der Erfolg reichte bis in die USA, wo sie in New Yorks Fifth Avenue bis Kriegsbeginn die bekanntesten Galeristen regelmäßig belieferten. Im Kreis der Schwabinger Boheme wurde er zum kritischen Illustrator und Satiriker, seit 1925 in der Mitarbeit am wöchentlich erscheinenden "Simplicissimus".

Im "Simpl" und in der "Brennessel" oder auch bei "Papa Steinnicke" traf Kreibig nach dem Ersten Weltkrieg den Maler Julius Hüther ebenso wie Oskar Maria Graf und Schrimpf, Heinrich Mann, Max Halbe und Lion Feuchtwanger. Für die "Juryfreien" wurden 104 seiner Arbeiten im Glaspalast gezeigt. In Berlin verband ihn als Zeichner des "Eulenspiegel" die Freundschaft mit Bert Brecht und Roda Roda. In seinen Gemälden bezog sich Erwin von Kreibig auf Kindheits- und Jugenderlebnisse im klösterlichen Internat, auf die kurios "verrückte" und phantastische Welt der Komödianten und Künstlerfeste, der Gaukler, Tänzer und einsamen Trinker.

Als später Erbe eines Pieter Bruegel stand er in seiner ganz persönlichen, expressiv schillernden Manier der fränzösichen Malerei und Illustrationskunst seiner Zeit viel näher als der seiner deutschen Kollegenschaft. Ein Reisestipendium der Stadt München eröffnete ihm 1932 Paris. In seinem Atelier in Montparnasse entstanden eine Reihe seiner besten Arbeiten. 1934 zog es ihn nach Ibiza zum einfachen Leben auf dem Lande. Nonnen retteten ihn zusammen mit einem deutschen U-Boot Ende 1936 vor dem spanischen Bürgerkrieg. In München jedoch galt mittlerweile seine Kunst als "entartet": Er verließ seine Heimatstadt und ging nach Sanremo ins selbst gewählte Exil verschollen blieben bis zum heutigen Tag viele seiner während der Jahre 1934–1936 entstandenen Arbeiten. Erst 1952 gelang Erwin von Kreibig die Rückkehr nach München.

Als erster Träger des Schwabinger Kunstpreises für Malerei 1961 glänzte Erwin. Mehrere Ausstellungen brachten weitere, späte Ehrungen in seiner Heimat.

Von der Allgemeinheit wiederentdeckt wurde Erwin von Kreibig durch die 1983 im Münchner Stadtmuseum von Christoph Stölzl realisierte große Retrospektive. Als private Initiative ist das Nymphenburger Erwin von Kreibig-Museum, getragen von der gemeinnützigen Erwin von Kreibig Stiftung, ein Ort, an dem die bildenden Künste Münchens gebührend Beachtung finden

 


Aktuelle Ausstellungen



 

3. Februar 2015 bis 20. Dezember 2015

Ausstellung Marie-Luise Huber-Lentz: Kleinplastiken


Ausstellung Marie-Luise Huber-Lentz: Kleinplastiken 3. Februar 2015 bis 20. Dezember 2015 Die Lebenswege von Marie-Luise Huber-Lentz (1912 – 2003), der Senatorentochter aus Bremen, und des Bohemien Erwin von Kreibig berührten sich in den späten 1950er Jahren, woraus eine freundschaftliche Begleitung bis zum frühen Tode Erwin von Kreibigs erwuchs. In der künstlerischen Einstellung ähnlich, in den Lebensläufen aber grundverschieden, fanden zwei starke Künstlernaturen Gefallen aneinander. Marie-Luise Huber-Lentz hatte den Krieg mit seinen Schrecken und den unendlichen Leiden der Opfer kennengelernt, als Schwester in Kranken Marinelazaretten und zuletzt als Oberschwester im Rot-Kreuz-Krankenhaus mit Staatsexamen für „Große Krankenpflege“. Erwin von Kreibig erlebte diese Jahre völlig anders im italienischen Exil, jedoch geplagt von der Sehnsucht nach Heimat, immer aber als freier Künstler schaffend bis zum Ende seines Lebens. Marie-Luise Huber-Lentz musste ihre Wunschlaufbahn als Künstlerin nach Studienjahren bei Emil Krieger und Joseph Wackerle an der Münchner Kunstakademie (1933 bis 1939) und bei Prof. Gorsemann in Bremen 1940 unterbrechen. Erst 1949 konnte sie endlich als frei schaffende Bildhauerin arbeiten. Kleinplastiken prägen das Werk von Marie-Luise Huber-Lentz, die ursprünglich – das Atelier war zerbombt – als „Kinder in der Not“ auf dem Küchentisch entstanden sind. Sie hat sich gerne der Kinder als Thema angenommen, ebenso wie Erwin von Kreibig, dem das Los dieser zarten Wesen vor allem in den schweren Zeiten der 1920er Jahren ein besonderes Anliegen war. Für Marie-Luise Huber-Lentz sind es schon stärker die Kinder des Wohlstands der fünfziger Jahre. Dabei erweist sie sich als Meisterin eines einfachen, herben, schlichten, ja knappen Stils, der jeden peinlich-illustrativen Zug vermeidet und nur das Wesentliche gelten lässt. Und trotz aller Kargheit im Ausdruck spricht das Herz für Kinder, gepaart mit „überlegenem“ Humor, aus den Kinder-Plastiken: Hoppe Reiter, Sonntagsschleife, Mädchen mit Hund, Kind mit Springtau, Laternenkinder oder die Gruppe „Oktoberfest“ mit Luftballons haltenden Kindern, die dem Münchner Volksleben entsprungen sind. München war die zweite Heimat von Marie-Luise Huber-Lentz, der sie sich bis ins hohe Alter heute verbunden fühlte. Die bronzenen Kleinplastiken, aus dem Alltag gegriffen, in schlichter Würde von fraulicher Hand geformt, verdienen die Aufmerksamkeit kunstsinniger Menschen. Sie sind Zeugen eines erfüllten Lebens und gereichen der plastischen Kunst zur Zierde. Die Erwin von Kreibig Stiftung bewahrt das künstlerische Erbe von Marie-Luise Huber-Lentz, der Stifterin des Nymphenburger Kunstpreises für Plastik, und zeigt eine repräsentative Auswahl aus ihrem umfangreichen Werk. Einige der Kleinplastiken können auch käuflich erworben werden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Literatur

Erwin von Kreibig. Leben und Werk. Hrsgg. von Erich von Kreibig und Christoph Stölzl.
Mit Beiträgen von Erich von Kreibig, Remigius Netzer, Wolfgang Koeppen. München 1983




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Merzenich, Hildegard, Das Nymphenburger Schloßrondell. Mittelpunkt und Denkmal eines Idealstadt-Konzepts. SCHÖNERE HEIMAT, Jg. 79, Nr. 4, 1990, Seiten 235-240, Abb.

Weblinks

http://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_von_Kreibig

Jugend Archiv

Simplicissimus Archiv


https://opacplus.bsb-muenchen.de/metaopac/search?pnd=119322323

http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Meitinger

http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Hart

http://de.wikipedia.org/wiki/Guido_Eilenberger

http://www.fischer-steiger.de/projekte/öffentliche-gebäude/erwin-von-kreibig-musuem-münchen/

Impressum

Erwin von Kreibig-Stiftung

Südliches Schlossrondell 1
80638 München
Postfach 190528
80605 München Deutschland

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Telefax: +49 89 175292

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